Inselhüpfen in der Ägäis

Kós - Pátmos - Léros - Kálymnos - Kós - Rhodos

 

 

 

Pátmos -  

die heilige Insel der Ägäis

09. - 12.09.2007

 

 

Pátmos ist eine der wenigen Inseln, die  in der Bibel namentlich erwähnt werden und deren Identität unzweifelhaft feststeht. Für gläubige Christen ist Pátmos von Bedeutung, weil sich der religiösen Überlieferung nach hier Gott einem Menschen offenbarte: nämlich dem Evangelisten Johannes, der hier das letzte Buch der Bibel, das Buch der Offenbarung, schrieb. Pátmos liegt zwischen Léros im Süden, Árki und Lipsi im Osten, Sámos im Nordosten und Ikariá im Nordwesten. Die Insel ist nur 12 km lang und nur etwa 34 qkm groß.

 

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Ankunft des Dodekánissos-Express in Pátmos:

 

Ein uralter Mythos  berichtet, daß die Insel Pátmos aus der Tiefe des Meeres auftauchte. Die göttlichen Kräfte von Apollo und Zeus bewirkten dies, um der Göttin Artemis eine Freude zu machen, denn diese liebtedie Insel angeblich seitdem sie sie im Mondlicht das erstemal sah. Die Sonne schenkte ihr Leben und machte sie bewohnbar. Soweit die mythologische Geschichte von Pátmos. 

Nach Meinung der Forscher waren die Dorer die ersten Bewoner der Insel Pátmos. Unter den Ioniern, die in der Zeit zwischen dem 6. und 4.Jahh. v. Chr. af Pátmos siedelten, wurde auf dem Kastélli-Hügel eine Stadt mit 12 000 - 15 000 Einwohnern errichtet. Aus dieser Zeit stammen Heiligtümer des Zeus, des Apoll, der Artemis und des Dyonisos. Die klassischen Scriftsteler berichten nur wenig über die Insel. Thukydides erwähnt sie und berichtet, daß General Paches im Jahr 428 v. Chr. die Schiffe von Mytilene bis zur Insel Pátmos verfolgte.

Obwohl Pátmos an dem Seeweg von Rom nach Ephesus lag, war Pátmos unter der römischen Herrschaft nur eine Insel der Verbannten. Als de Evangelist Johannes in Ephesus lehrte, kam es unter dem Kaiser Domitian zu Christenverfolgungen. Als Opfer dieser Verfolgungen wurde auch Johannes verhaftet und 95 n. Chr. nach Pátmos verbannt. Während seiner Zeit auf Pátmos bekehrte der Apostel viele Einwohner und hierher Verbannte zum Christentum und wohnte damals in der "Höhle der Offenbarung", in der er im Auftrag Gottes und mit dessen Erleuchtung seinem Schüler Prochoros den letzten Teil der Bibel, das Buch der Offenbarung diktierte. Die Ermordung Domitians im Jahre 96 v. Chr. brachte das Ende der Christenverfolgungen und somit auch das Ende der Verbannung des Evangelisten Johannes. Der neue Kaiser Nerva gestattete ihm die Rückkehr nach Ephesus, wo er sein Wirken fortsetzte. Nach der Gerwährung der Religionsfreiheit durch Konstantin den Großen wurde Pátmos im 4 Jhrh. das Ziel für zalhreiche Pilger. Diese Blütezeit hielt bis zum 7.Jahrh. an. Nach dem Ausbuch der Feindseligkeiten zwischen Byzanz und den arabischen Sarazenen wurde die Insel dann mehrfach geplündert und verwüstet. 

 

 

 

Blick über die Mauern und Dächer der Höhle der Offenbarung auf Patmos und eine seiner zahlreichen Buchten mit dem Meer im Hintergrund:

 

 

Mit dem Hl. Christodoulos kamim 11. Jahrh. die zweite für die Entwicklung der Insel  entscheidende Persönlichkeit nach Pátmos. 1088 gründtete der aus Bythinien stammende Heilige das Johannes-Kloster, das sich im im weiteren Verlauf seiner Geschichte zahlreiche Privilegien erwarb; zahlreiche Stiftungen und Schenkungen trugen zu seinem Wohlstand bei. Aufrund der zahlreichen Piratenüberfälle war das 12. Jahrh. für Pátmos eine sehr schwierige Zeit, denn auch die Bischöfe der benachbarten Bistümer mischten sich kräftig ein. Erst gegen Ende dises Jahrh. verbesserte sich die Lage für Pátmos dank der fähigen Verwaltung des Klosters und des Schutzes des Kaisers und des Patriarchen. Im Anschluß an die Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzritter im Jahre 1204 wurde die Insel 1207  von den Venezianen besetzt. Das Kloster blieb jedoch auf Wunsch des Papstes unbehelligt. 

 

 

 

Blick auf Skála und die schmalste Stelle von Pátmos:

 

 

 

Wie alle  anderen Inseln des Dodekanes war auch Pátmos von 1523 bis 1912 von den Türken besetzt aber auch, wen die Insel durch die Kopfsteuer wirtschaftlich schwer belastet wurde, durfte sie doch ihre Selbstverwaltung behalten. Durch die Türkenherrschaft wurde die Seeräuberei in der Ägäis weitgehend eingeschränkt, so daß sich Schifffahrt und Handel wieder gut entwickeln konnten. Aber ganz konnte das Piratenunwesen auch unter der Türkenherrschaft nicht ausgerottet werden, so daß auch Pátmos immer wieder überfallen und zerstört wurde. Infolgedessen erlahmte der Handel und die Bevölkerungszahl nahm stetig ab. Erst 1669 begann eine neue Zeit des Aufschwungs und der wirtschaftlichen Blüte als sich zahlreiche Flüchtlinge aus Kreta auf Pátmos niederließen. Das wichtigste Ereignis des 18. Jahrh. war für Pátmos die Gründung der Schule durch den Mönch Makarios Kalojeras. Dank seiner Schule war Pátmos ein zentrales geistiges und kuturelles Zentrum und für den griechischen Freiheitskampf von 1821 von entscheidender Bedeutung. Pámos beteillgte sich mit seinen Schiffen an den Kämpfen und stellte auch drei herausragende Persönlichkeiten des Freihetskampfes: Theophilos, der Patriarch von Alexandrien, Emmanouil Xanthos und Dimitrios Themelis. Nach der Niederlage der Türken war Pátmos noch bis 1948 unter italienischer Herrschaft, bis es dann im März dieses Jahres mit Griechenland wieder vereinigt wurde.

 

 

 

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