Von der Bronzezeit bis zur Gegenwart

 

 

ca. 7.500 v .Chr.

Die griechischen Inseln werden erstmals besiedelt und es entwickelt sich eine küstennahe Schiffahrt.

3.200 - 2.000 v. Chr.

Es entsteht die sog. "Kykladische Kultur" - entwickelt von Einwanderern aus Kleinasien. Das Zentrum dieser Kultur sind die südägäischen Inseln

2.000 - 1.300 v. Chr. 

ist die sogenannte "Minoische Kultur" vorherrschend. Die süd-ägäische Inselwelt gerät unter die Vorherrschaft der Kreter, die ein zentralisiertes "Palast-System" errichten (Palast von Knossos). Handelsniederlassungen werden durch die Kreter u.a. auf Santorin (Akrotiri) errichtet.

ca. 1.400 v. Chr.

wird die "Minoische Kultur" durch die "Mykenische Kultur" abgelöst, wobei die kulturellen und administrativen Entwicklungen der Kreter durch die Mykener beibehalten werden. In diese Zeit fallen die homerischen Heldenepen der Ilias und der Odysee. Die Mykener weiten ihren Einfluß auch auf die Ionischen Inseln aus.

11. - 8. Jahrh. v. Chr.

Die verschiedenen griechischen Völker bilden ihre Dialekte aus. Die Ionier besiedeln u.a. Athen, die Kykladen und die kleinasitische Küste. Dorisch geprägt bleiben dagegen der Pelepónes (Sparta) , Kreta und Rhodos. Berühmtestes Kultzentrum dieser Zeit war die Insel Delos. 

750 - 450 v. Chr.

in einer ersten großen Expansion gründen die Griechen zahlreiche Niederlassungen im Mittelmeerraum und am Schwarzen Meer. Die Demokratie entsteht durch die Beschränkung der Herrschaftsform der Tyrannis (Polykrates auf Samos) durch die freien Bürger der Polis. Die Tempelbauten entstehen in dieser Zeit (z.B. die Löwen von Delos).

499 - 94 v. Chr. 

Beginn der Perserkriege mit dem Aufstand der ionischen Städte gegen die persische Herrschaft in Kleinasien. Es folgen zwei Feldzüge der Perser gegen Griechenland, die 490 bei Marathon sowie 480/79 bei Plataiai und vor Salamis zurückgeschlagen werden.

477 v. Chr. 

Gründung des Attisch-Delischen Seebundes unter der Führung der athener Flotte.

431 - 04 v. Chr. 

Peleponesicher Krieg zwischen Athen und Sparta. Dieser endete mit der Kapitulation Athens 404 v. Chr. und der attisch-delische Seebund wurde aufgelöst.

371 v. Chr. 

Ende der Herrschaft Spartas über die Griechenland mit dessen Niederlage in der Schlacht bei Leuktra. Neue Hegemonialmacht wurde daraufhin Theben.

338 v. Chr. 

In der Schlacht bei Cheironea besiegt Phillipp II. von Makedonien auch Athen, zwingt dieses und seine Verbündeten in den "Korintischen Bund" und erweitert somit sein Herrschaftsgebiet bis zu den Kykladen hin.

336 - 23 v. Chr. 

Alexander der Große erobert das Perserreich und stößt bis zum Indus vor. Nach seinem Tod sind die Inseln zunächst unter den Diadochen umkämpft (Belagerung von Rhodos durch Demetrios). Im 3. Jahrh. werden vor allem die festlandsnahen Inseln von Samothráki bis Rhodos durch die hellenistischen Könige, vor allem die Ptolmäer aus Ägypten gefördert.

188 v. Chr. 

Nach dem Sieg Roms im 2. Makedonischen Krieg (200 - 196) und der Niederlage der Seleukiden wird das Römische Reich zur neuen Hegemonialmacht im östlichen Mittelmeerraum.

166 v. Chr.

Nach dem 3. Makedonischen Krieg verleiht Rom der Insel Delos den Status eines Freihafens. dadurch verliert Rhodos seine bisher führende Stellung im Ägäis-Handel.

146 v. Chr.

Die Römer lösen den Archaiischen Bund, die miliärische  und politische Organisation der griechischen Städte, auf und gliedern ganz Griechenland ihrem Machtbereich ein.

88 v. Chr. 

Athen, das mit einigen anderen griechischen Städten b.z.w, Inseln seine Autonomie zunächst behalten hatte, schließt sich der antirömischen Koalition des Königs Mithriadates von Pontos an. Der Aufstand endet 86 v. Chr. als sich Athen dem römischen Feldherren Sulla ergeben muß - nur wenig später strecken auch die Inseln die Waffen.

31. v. Chr.

In der Seeschlacht von Actium (vor der ionischen Inseln Léfkas) besiegt Octavian (der spätere Kaiser Augustus) seine verbündeten Widersacher Marcus-Antonius und die ägyptische Pharaonin Kleopatra.

67 n. Chr. 

Kaiser Nero erklärt alle Städte des klassischen Griechenland wieder für frei. 

330 

Kaiser Konstantin verlegt seinen Regierungssitz nach Byzanz.

391

Kaiser Theodosius I. untersagt alle heidnischen Kulte und läßt die Tempel schließen. Das Christentum wird Staatsreligion.

395 

Teilung des Römischen Reiches in ein West- und ein Ostreich.  Hauptstadt des Ostreiches ist Konstantinopel. In Griechenland bleibt während der dogmatischen Konflikte zwischen römischem Papsttum und den Ostkaisern das orthodoxe Christentum erhalten.  Die Inseln sind weitgehend sich selbst überlassen.

661 - 678

Die Araber (Sarazenen) erobern Rhodos und bedrohen die Seewege.

824 - 961

Kreta ist von den Arabern besetzt und deren Piraten bedrohen die gesamte Ägäis (u.a. wird auch Ägina bei Athen besetzt). Erst im 10. Jahrh. läßt die Bedrohung nach - nachdem die sich Machtverhältnisse im Byzantinischen Reich wieder stabilisiert hatten.

1054

Das Schisma trennt die römische Papstkirche und die orthodoxe Patriachatskirche endgültig. Das bedeutet zugleich auch den Bruch zwischen den deutschen und byzantinischen Kaisern.

1071

Die Seldschuken nehmen Jerusalem ein und bringen das byzantinische Reich an seinen Ostgrenzen in Bedrängnis.

1081 - 1185

Wiederholt überfallen Normannen von Sizilien aus die Ionischen Inseln.

1204

Konstantinopel wird von christlichen Rittern  während des 4. Kreuzzuges erobert.  Die Kykladen mit dem Zentrum Naxos sowie Kreta werden venezianische Feudalreiche und von Adelsfamilien in lehensrecht- licher Form verwaltet.  Piraten werden von Venezianern und Genuesen, die nun den Handel kontrollieren, gemeinsam vertrieben. Überall auf den Inseln werden Festungen erbaut und Naxos wird katholisches Erzbistum.

1306

Rhodos wird von dem aus Jerusalem vertrieben Ritter-Orden der Johanniter erworben. Dieser Ritteror- den nimmt nach und nach auch die anderen Inseln des Dodekanes in Besitz. Überall werden Burgen und Festungen erbaut.

1453

Nach der Eroberung großer Teile der Balkanhalbinsel fällt auch Konstantinopel unter die Herrschaft des osmanischen Sultanats.

1456

wird Athen erstürmt und es beginnt eine 400-jährige osmanische Fremdherrschaft.

1522

Die Osmanen erobern auch Rhodos. Die Herrschaftszeit der Osmanen dauert bis 1912.

1537

Chareyddin Barbarossa,ein moslemischer Grieche aus Lésbos, seit 1533 Großadmiral des Sultans Suleyman I. erobert einen Teil der Kykladen.1538 schlägt er die vereinigten Flottenverbände des deutschen Kaisers, des Papstes und der Republik Venedig bei Léfkas. Einige Kyladeninseln bleiben venezianisch, müssen aber Tributzahlungen entrichten (Tinos, Sýros)

1571

Trotz der Niederlage der Osmanen gegen die Flotte der Heiligen Allianz bei Lepanto am Golf von Pátras festigt sich die türkische Herrschaft in der Ägäis. 1566 fallen die nördlichen Kykladen und Chios, 1579 unterwirft sich das Großherzogstum Náxos.

1669

Die letzte venezinische Festung auf Kreta - Iraklion - ergibt sich nach 21-jähriger Belagerung den Osmanen. Der Friedensvertrag regelt den Verbleib weniger Festungen in venezianischem Besitz  - u.a. die Kykladeninsel Tinos. Diese wird erst 1714 türkisch.

1768 - 74

Während des russisch-türkischen Krieges kämpfen viele Griechen auf Seiten der ebenfalls orthodoxen Russen.

1797

Französische Truppen unter Napoleon besetzen Venedig und kurz darauf auch die Ionischen Inseln.

1800

Gründung der Republik der "Sieben Inseln". Die Ionischen Inseln werden damit die Keimzelle des freien Griechenlands.Die Republik steht zunächst unter russischem, ab 1815 unter britischem Schutz.

1821 - 30

Aufstand der Griechen  gegen die türkische Fremdherrschaft, wobei die griechische Handelsflotte eine entscheidende Rolle spielt

1827

Nachdem Sieg der alliierten britischen, französischen  und russischen Seestreitkräfte  über die türkische Flotte bei Navarino wird der Korfiote Ioánnis Kapodistrias als griechischer Regent eingesetzt.

1830

Im sog. "Londoner Protokoll" muß der Sultan die Unabhängigkeit Griechenlands anerkennen. Die Kykladen werden griechisch, wogegen Nordgriechenland, die nordägäischen Inseln sowie der Dodekanes und somit auch Rhodos  und Kreta vorerst noch unter türkischer Oberhoheit verbleiben.

1833

Der bayrische Prinz Otto von Wittelsbach wird erster König von Griechenland.

1862 - 63

Otto I. wird abgesetzt. Der dänische Prinz Wilhelm übernimmt als Georg I. die Herrschaft.

1864

Großbritannien gestattet den Anschluß der Ionischen Inseln an Griechenland.

1896

Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit finden in Athen statt.

1909 - 10

Auflösung der Regierung nach einem Offiziersputsch. Der Kreter Elefthérios Veniziélos wird Ministerpräsident.

1912 - 13

Balkankrieg gegen die Türken. Makedonien, ein Teil von Ipirus, die Inseln Limnos, Lésbos, Chios, Sámos sowie Kreta werden befreit und gelangen zu Griechenland. Der Dodekanes und somit auch Rhodos kommen unter italienische Verwaltung.Nach der Ermordung Georg I. folgt sein Sohn Konstantin auf dem griechischen Thron.

1916

Gegen den Willen des Königs tritt Griechenland unter Veniziélos auf Seiten der Alliierten in den 1. Weltkrieg ein.  1917 wird Konstantin zur Abdankung gezwungen. 

1920

Im Friedenvertrag von Sévres akzeptiert der osmanische Sultan, daß Griechenland weite Gebiete im Norden zugesprochen bekommt. Außerdem müssen u.a. alle ägäischen Inseln außer Rhodos, das weiterhin italienisch bleibt, zurückgegeben werden.

1920 - 23

Die türkische Nationalbewegung unter Kemal Atatürk organisiert sich gegen den Vorstoß griechischer Truppen in Kleinasien. Der griechisch-türkische Krieg endet mit der totalen Niederlage der griechischen Armee. Rund 1,4 Millionen Griechen flüchten daraufhin in´s Mutterland. 

1923 35

Häufige Regierungswechsel zwischen Royalisten und Republikanern.

1936 - 40

Ioánnis Metaxas, Ex-General und Anhänger der Monarchie, errichtetet nach einem gelungenen Staatsstreich die Diktaktur.

1940

Die Italiener unter Mussolini greifen Griechenland nach dem "Nein" am 28. Oktober an, werden aber zurückgeschlagen.

1941-44

Deutsche und italienische Truppen besetzen Griechenland. Schlacht von Kreta mit einem anschließenden allgemeinen erbitterten Partisanenkrieg, der erhebliche Verluste fordert.

1944

Nach Abzug der Deutschen versucht die kommunistisch orientierte Widesrtandsbewegung  EAM ,die Macht zu übernehmen. Der Kampf um Athen - gegen britische Truppen - scheitert doch beherrschen die von der damaligen Sowjetunion unterstützten Verbände weite Teile des Landes.

1946 - 49

Die Kommunisten etablieren in Nordgriechenland eine Gegenregierung, was schließlich zum Bürger- krieg führt. Letztendlich werden diese Auseinandersetzungen mit dem Verbot der KP und der Erneue- rung der konstitutionellen Monarchie beendet.

1955 - 67

Innenpolitische Auseinanderstzungen und zahlreiche Regierungswechsel.

1967 - 74

Putsch einer Junta unter Papdópoulus und erneute Errichtung einer Militärdiktatur. Konstantin II., viele bürgerliche Politiker und links orientierte Griechen gehen in´s Exil.

1974

Putschisten stürzen die Regierung des Erzbischof s Makarios von Zypern, um dessen Anschluß an Griechenland zu erzwingen. Dies wird durch die Besetzung Nord-Zyperns durch die türkische Armee verhindert. Daraufhin erfolgt die bis heute andauernde Teilung Zyperns. Als Initiator des Putsches stürzt die Militärjunta aufgrund der innen- und außenpolitischen Krise.

1980

Wiedereintritt Griechenlands in die NATO.

1981

Griechenland tritt der EG bei.  Die Sozialisten lösen die Konservativen ab. Durchführung zahlreicher sozialer Reformen.

1989

Nach zahlreichen Skandalen verlieren die Sozialisten die Regierungsmehrheit. Nun ist wieder eine konservative Regierung an der Macht. 

Mit dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens und der Unabhängigkeitserklärung der (Teil-) Republik Mazedonien beherrscht ab 1991 die "Makedonien-Frage" die griechische Außenpolitik.

1993

Die Sozialisten kehren an die Macht zurück. Während des Jugoslawienkrieges nimmt Griechenland eine pro-serbische Haltung ein. Der Streit mit der Türkei über den Grenzverlauf in der Ägäis eskaliert. Wegen vermuteter großer Erdölvorkommen eskaliert der Konflikt vor allem bei der Insel Imia bei Kálymnos.

ab 1995

Kóstas Simitis wird neuer Premier und läßt zahlreiche Staatsbetriebe privatisieren, um Griechenland so- mit EURO-fähig zu machen. Auch weitere Maßnahmen wie die 14-prozentige Abwertung der Drachme und die Umstrukturierung der staatlichen Fluggesellschaft Olympic Airways lösen heftige innenpolitische Widerstände aus.

01.01.2002

Mit der Einführung des EURO verliert die älteste europäische Währung - die Drachme - ihre Gültigkeit.

2004

Parlamentswahlen im März. Die Partei "Nea Dimokratia" gewinnt. Der Parteivorsitzende Kostas Karamanlis wird Ministerpräsident. Im August ist Athen der Austragungsort der Olympischen Sommer spiele 2004. Sie zählen zu den schönsten Spielen in der Geschichte der Olympischen Spiele.

2005

Der frühere Aussenminister Karolos Papoulias wird vom griechischen Parlament am 8. Februar 2005, mit der größten Mehrheit in der Geschichte der Präsidentenwahlen in Griechenland, zum sechsten Staatspräsidenten des Landes gewählt.

2007

Im September 2007 finden vorgezogene Parlamentswahlen statt. Die Nea Dimokratia unter Minister präsident Kostas Karamanlis ist wieder der Gewinner.

2009

Am 4.Oktober 2009 finden wieder vorgezogene Parlamentswahlen statt. Die Panhellenische Sozialistische Bewegung PASOK erreicht mit 43,92% die absolute Mehrheit der Parlamentssitze. Der PASOK-Vorsitzende Georgios Papandreou wird Ministerpräsident.

06.11.2011

Nach der Rücktrittsankündigung von Papandreou im Rahmen der griechischen Finanzkrise am 6. November 2011 wurde der parteilose Papademos am 11. November 2011 als Regierungschef Griechenlands vereidigt.

 

ENDE